Neurotyping

Neurotyping System

Das Neurotyping System, entwickelt vom kanadischen Coach Christian Thibaudeau, steht für modernste Trainingsoptimierung und ist ein Meilenstein in der Individualisierung von Trainingsprogrammen. Es basiert auf der Idee, das Training einer Person auf Ihre Persönlichkeit abzustimmen und somit zu optimieren.

Das Nervensystem ist für die Rekrutierung der Muskelfasern sowie Koordination von und zwischen einzelnen Muskeln, die sogenannte „Performance“, und die allgemeine Leistungsfähigkeit des Körpers verantwortlich. Darüber hinaus bestimmt das Nervensystem die Stimmung, Gefühle und Motivation und auch darüber, wie der Körper mit Stress umgeht. Außerdem bestimmt das Nervensystem darüber, wie gut der Körper sich von einer Trainingseinheit oder anderen Belastungen erholen und regenerieren kann. Zudem auch, wie schwer (die Intensität), wie oft (die Frequenz) und wie viel (das Volumen) man trainieren kann, ohne den Körper zu überlasten.

Hier setzt das Neurotyping System an, das Christian Thibaudeau entwickelt hat, um den Neurotypen einer Person zu bestimmen. Zeitgleich hat er in jahrelanger Praxis und Forschung für jeden Neurotypen Vorgaben für ein optimales Training entwickelt, sodass das Training mit den Anforderungen und Vorgaben des neurologischen Profils übereinstimmt.

So können zum einen maximale Ergebnisse erzielt werden, ohne den Körper überzubelasten. Zum anderen bereitet dieses Training der jeweiligen Person auch auf Dauer große Freude, da es den angeborenen persönlichen Vorlieben entspricht.

Demnach gibt es fünf Neurotypen: Typ 1 (A und B), Typ 2 (A und B) und Typ 3. Diese unterscheiden und definieren sich in ihrem Vorkommen verschiedener Neurotransmitter. Ein Neurotransmitter ist eine chemische Substanz, die eine Erregung im Nervensystem weiterleitet. Wichtige Neurotransmitter für die Bestimmung des Neurotyps sind folgende: Dopamin, Adrenalin, Serotonin, Acetylcholin und GABA. Hier ein kurzer Überblick über die einzelnen neurologischen Profile:

Typ 1A und 1B: wenig Dopamin

Der auch als „Glückshormon bekannte Neurotransmitter Dopamin wird zur Belohnung ausgeschüttet, wenn Erfolge erzielt werden und treibt an, neue Ziele zu erreichen.

Acetylcholin ist der Neurotransmitter, der die beiden Untertypen des Typ 1 unterscheidet: Typ 1A besitzt wenig Acetylcholin, Typ 1B sehr viel.

Acetylcholin hat zahlreiche Funktionen im Körper. Eine wichtige nimmt es in der Lernfähigkeit und der Koordination von Bewegungen ein. Daher sind Personen vom Typ 1B von Natur aus besser, feinmotorische Bewegungen und Techniken auszuführen.

Da diese beiden Neurotypen von Natur aus wenig Dopamin besitzen, suchen sie ständig nach Wegen, um Dopamin auszuschütten. Dies kann im Training etwa dadurch erreicht werden, einen neuen Rekord, etwa in einer Kraftübung, aufzustellen. Diese Personen wollen immer gewinnen und gehen gerne „auf Risiko“.

Das Neurotyping System gibt für diese Personen ein Training mit hoher Intensität, sehr hoher Frequenz und niedrigem bis sehr niedrigen Volumen vor.

Das Schlagwort, das das Training der beiden Neurotypen beschreibt, lautet „Intensität“ (Typ 1A) bzw. „Explosivität“ (Typ 1B).

Typ 2A und 2B: Wenig Adrenalin

Adrenalin ist zuständig für Selbstvertrauen und ist das wichtigste Hormon für kurzfristige Aktivierung des Körpers: Es erhöht Herzschlag, Herzfrequenz und Blutdruck und sorgt dafür, dass Energie für die Muskulatur bereitgestellt wird. Somit wird eine erhöhte Leistungsfähigkeit erreicht.

Die beiden Untertypen unterscheiden sich in ihrem Vorkommen an GABA: Typ 2A hat relativ viel, Typ 2B sehr wenig GABA. GABA ist ein beruhigender Neurotransmitter und unter anderem zuständig für das Einschlafen.

Personen vom Typ 2 haben durch das geringe Vorkommen von Adrenalin grundsätzlich wenig Selbstvertrauen und sind eher zurückhaltend. Dafür sind sie sehr emotional, vielseitig und haben viel Empathie. Sie streben nach sozialer Anerkennung (wollen anderen Leuten gefallen), weil auch dadurch die Adrenalin-Ausschüttung stimuliert wird. Daraus resultiert der Wille, ständig positives Feedback vom sozialen Umfeld zu bekommen und dadurch das (von Natur aus niedrige) Selbstvertrauen zu stärken.

Dies kann im Training dadurch erreicht werden, besonders gut auszusehen, weshalb gerade im Bodybuilding viele Personen dieser beiden Neurotypen zu finden sind. Zusätzlich kann Adrenalin natürlich auch durch intensive sportliche Aktivitäten, die den Herzschlag erhöhen, ausgeschüttet werden.

Nach dem Neurotyping System sollten Personen vom Typ 2 ein Training mit variabler (2A) / moderater bis niedriger (2B) Intensität, hoher bis moderater Frequenz und hohem Volumen ausführen.

Das Wort, das das Training der beiden Neurotypen beschreibt, lautet „Variation“ (Typ 2A) bzw. „Gefühl“ (Typ 2B).

Typ 3: wenig Serotonin

Der Neurotransmitter Serotonin ist ein Glückshormon, das unter anderem für die Stimmung, aber auch dafür zuständig ist, dass man am Abend einschläft, weniger Angst und ein höheres Selbstwertgefühl hat.

Da Personen vom Typ 3 von Natur aus wenig Serotonin besitzen, sind sie oft ängstlich, haben ein geringes Selbstwertgefühl, sind wenig stressresistent und mögen keine Veränderungen. Dafür sind sie gut darin, sich auf bestimmte Dinge voll zu konzentrieren und stehen für Ordnung, Struktur und Verlässlichkeit.

Dies findet sich auch in den Vorgaben für ein optimales Training für diesen Neurotypen wieder: Niedrige Intensität, moderate Frequenz, moderates Volumen und am wichtigsten: Viel Struktur und so wenig Variation wie möglich.

Das Schlagwort, das das Training eines Typ 3 beschreibt, lautet „Kontrolle“.

Diese Informationen sind nur ein grober Überblick über die Thematik: Neben Intensität, Frequenz und Volumen spielen z.B. noch weitere Parameter, wie Tempo, Pausenzeiten oder auch Variation eine wichtige Rolle in der optimalen Trainingsgestaltung.

Je mehr sich Ihr Training von den für Vorgaben für das Training Ihres Neurotyps unterscheidet, desto mehr Stress und gleichzeitig weniger Motivation bedeutet dies für Sie. Das Resultat sind suboptimale Ergebnisse. Sowohl für Trainingseinsteiger, aber auch für Fortgeschrittene und Profis und unabhängig von der jeweiligen Sportart ist es für Fortschritte essentiell, dass man motiviert ist und Spaß am Training hat.

Nach langer Auseinandersetzung mit der Thematik, dem Lesen zahlreicher literarischer Texte sowie dem Besuch eines mehrtägigen von Thibaudeau selbst gehaltenen Seminares zum Thema in Köln, habe ich eine englischsprachige Fortbildung mit Zertifikat seines eigenen Instituts „Ballistic Advanced Training Institute“ (B.A.T.I.) abgeschlossen. Zudem habe ich bereits bei vielen Kunden eine vollständige Neurotyp-Analyse durchgeführt und deren Training dementsprechend optimiert und damit vorangebracht.

Wie bereits eingangs erwähnt, steht das Neurotyping System für modernste Individualisierung und Optimierung des Trainings. Doch auch wenn immer mehr Trainer und Coaches das System anwenden, ist es den allermeisten leider noch unbekannt.

Sie möchten wissen welcher Neurotyp Sie sind und wie Sie die Erkenntnisse des Neurotyping Systems für sich und Ihr Training nutzen können? Sie finden die Thematik interessant und möchten gerne mehr darüber erfahren?

Dann profitieren Sie von meiner Kompetenz, Fachkenntnis und Erfahrung in dieser Thematik und optimieren Sie Ihr Training endlich so, dass es individuell zu Ihnen und Ihrer Persönlichkeit passt und lernen Sie zudem noch etwas mehr über sich selbst!

Das Neurotyping System findet bei mir grundsätzlich Beachtung in der Gestaltung Ihres Trainingsprogrammes, egal ob kurz- oder langfristig. Wenn Sie sich für Details oder auch abseits einer Trainingsberatung / -planung (z.B. während einer Ernährungsberatung) dafür interessieren, sprechen Sie mich gerne darauf an.